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20.03.2017 - Modellprojekt biko: Verhütungsmittel für Frauen mit wenig Geld kostenfrei

Ludwigsfelde ist einer von sieben Standorten des neuen Modellprojekts biko, mit dem pro familia den niedrigschwelligen Zugang zu Verhütungsmitteln erprobt.

Frauen mit Wohnsitz im Landkreis Teltow-Fläming und Anspruch auf

Sozialleistungen müssen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel zukünftig nicht

mehr selbst tragen – auch wenn sie über 20 Jahre alt sind. Ludwigsfelde ist einer von sieben

Standorten, die bis Ende Juni 2019 an dem bundesweiten Modellprojekt „biko – Beratung,

Information und Kostenübernahme bei Verhütung" teilnehmen. Es ermöglicht einen

niedrigschwelligen Zugang zu verschreibungspflichtigen, sicheren und gut verträglichen

Verhütungsmitteln für Frauen, die wenig Geld haben. Das Projekt wird gefördert vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Durchführung wird vom BMFSFJ,

dem pro familia Bundesverband e.V. und den beteiligten pro familia Beratungsstellen übernommen.

Ab sofort können sich Frauen in der pro familia Beratungsstelle in Ludwigsfelde, Potsdamer Straße

50, beraten lassen und die Kostenübernahme in Anspruch nehmen. Auch unter der Telefonnummer

03378/874280 oder per E-Mail nicole.violet@profamilia.de können sie sich über biko informieren.

Schwangerschaftskonflikte vermeiden – Recht auf Verhütung garantieren

Mit dem Modellprojekt möchte pro familia Frauen zu ihrem Recht verhelfen, Verhütungsmittel

selbstbestimmt zu wählen. Das entspricht dem Recht auf Verhütung und hilft,

Schwangerschaftskonflikte zur vermeiden. Angesprochen sind Empfängerinnen von Leistungen nach

dem SGB II, SGB XII, § 6a BKGG, von BAföG, Berufsausbildungshilfen BAB, von Wohngeld oder von

Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Ebenso richtet sich das Angebot an Frauen, deren

Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Neben Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming)

wurden als Standorte für das Projekt Erfurt/Artern, Halle (Saale), Lübeck, Recklinghausen/Marl,

Saarbrücken und Wilhelmshaven ausgewählt.

 

„Frauen verändern ihr Verhütungsverhalten, wenn das Geld knapp ist. Bei der Entscheidung für eine

Methode werden die Kosten zum entscheidenden Kriterium – nicht aber die eigentlich wichtigen

Faktoren Sicherheit oder Verträglichkeit“, sagt Nicole Violet, Projektmitarbeiterin der pro familia

Beratungsstelle in Ludwigsfelde.

Information und Beratung

Frauen brauchen für die Kostenübernahme ein Rezept von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Zusammen

mit einem Leistungsnachweis legen sie das Rezept in der pro familia-Beratungsstelle vor. Ihnen wird

dann sofort eine Zusage zur Kostenübernahme ausgestellt. Mit dieser Zusage erhalten sie das Mittel

ihrer Wahl in der Apotheke kostenfrei. Die Apotheke rechnet direkt mit pro familia ab. Die Frauen

müssen nichts bezahlen. Auf Wunsch können sich die Frauen vertraulich über das Thema Verhütung beraten lassen.

Langfristig bundesweite Regelung angestrebt

Das Modellprojekt soll unter anderem zuverlässige Daten für den tatsächlichen Bedarf an einer

Kostenübernahme liefern. Langfristig könnte diese Erhebung die Grundlage für eine bundesweite

Regelung bilden.

Hintergrund

Mit der Einführung von Hartz IV entfiel seit 2004 die sogenannte „Hilfe zur Familienplanung“, mit der

das Sozialamt bis dahin die Kosten für Verhütungsmittel bei anspruchsberechtigten Frauen

übernommen hatte. Seitdem müssen die verschreibungspflichtigen Verhütungsmittel über den

Regelsatz von 17 Euro monatlich finanziert werden, der allerdings auch alle anderen, nichtverschreibungspflichtigen

Medikamente und Mittel abdeckt. In einigen Kommunen gibt es

Ersatzlösungen durch spezielle Fonds, die allerdings nicht flächendeckend zur Verfügung stehen. Der

pro familia Bundesverband hat sich bereits 2015 in einer deutschlandweiten Kampagne für eine

bundesweite, einheitliche Regelung mit Rechtsanspruch auf kostenfreie Verhütungsmittel für

Menschen mit geringem Einkommen stark gemacht.

pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland.

pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen

Publikationsangebot die Öffentlichkeit. Der pro familia Bundesverband wird durch das

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

www.profamilia.de

Rückfragen bitte an:

Nicole Violet und Marion Schroeter

nicole.violet@profamilia.de

marion.schroeter@profamilia.de

pro familia Landesverband Brandenburg

Beratungsstelle Ludwigsfelde

Potsdamer Straße 50

14974 Ludwigsfelde

Tel.: 03378/874280




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