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13.01.2018 - Neujahrsempfang des Bürgermeisters

Rede zum Nachlesen inkl. Video

Gestern Abend fand der traditionelle Neujahrsempfang des Bürgermeisters im Klubhaus Ludwigsfelde statt. Die Rede des Bürgermeisters Andreas Igel gibt es für Sie noch einmal zum Nachlesen.



Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Ludwigsfelde
zum Neujahresempfang am 12.01.2018

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

„Wachsen können – das Merkmal des Unvollkommenen.“

Mit diesem Zitat des Philosophen Seneca möchte ich Sie gleich zu Beginn meiner Rede darauf aufmerksam machen, in welcher Situation sich Ludwigsfelde befindet. Die Stadt wächst in einer unübersehbaren Geschwindigkeit. Doch stellt uns diese dynamische Entwicklung auch vor große Herausforderungen.

Mir ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Wachstum der Stadt keine Besonderheit von Ludwigsfelde ist, sondern Ludwigsfelde ist eine der Wachstumsgemeinden im Umland von Berlin. Nach einer OECD-Studie ist der südliche Berliner Raum, mit den umliegenden Gemeinden die sich am schnellsten entwickelnde Region Mitteleuropas!

Der damit entstehende Handlungsdruck ist enorm und stellt uns alle vor große Herausforderungen. Steigende Einwohnerzahlen, knapper Wohnraum, voll ausgelastete Kindertagesstätten, Schulen und Sportanlagen, Fachkräftemangel, Parkplatznot, Verkehrslärm sind nur einige Stichworte, die durchaus mit dem Begriff Wachstumsschmerzen bezeichnet werden können.

Doch damit ich hier nicht den Eindruck erwecke, wir hätten einen Grund zu klagen möchte ich Ihnen aus fester Überzeugung sagen: Die Veränderungen werden die Entwicklung unserer Stadt positiv voranbringen! Aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass sich unser Lebensumfeld verändern wird und dies mit dem ein oder anderen Kompromiss verbunden ist.

Erlauben Sie mir einige Themenfelder aus dem vergangenen Jahr, verbunden mit den Vorhaben für 2018 zu nennen.

Mit der Eröffnung des vierten Bauabschnitts der Ludwig Arkaden, im Mai vergangenen Jahres, wurde ein großer Meilenstein für die Entwicklung unserer Innenstadt gesetzt. Wir wollen diese positive Entwicklung jetzt durch die Erweiterung der Neuen Mitte um eine Bebauung an der Potsdamer Straße zwischen Casa Reha und der Kegelbahn ergänzen. Dort werden, entsprechend des örtlichen Baurechts eine Ladenzeile und darüber ca. 120 Wohnungen entstehen.

Die grundhafte Sanierung der Theodor-Fontage-Grundschule war, mit einem Finanzvolumen von 6,3 Mio Euro, das größte städtische Bauvorhaben im vergangenen Jahr. Nach 16 Monaten Bauzeit wurde die Schule, unter den Maßgaben des Denkmalschutzes, saniert und umgebaut. Sie ist jetzt brandschutz- und haustechnisch auf dem neuesten Stand und durch den Anbau eines Fahrstuhls auch barrierefrei. Die Kinder und Lehrer konnten Ihre alte - jetzt neue Schule nach den Herbstferien wieder in Besitz nehmen.

In diesem Jahr wird, neben einigen Restleistungen im Gebäude, auch das Außengelände der Schule in Angriff genommen, so dass dann die Gesamtmaßnahme hoffentlich zur Zufriedenheit aller abgeschlossen werden kann.

Im Vergangenen Jahr wurde in der Kleeblattgrundschule mit Eltern, Lehrern, Horterziehern und den Schülern ein umfangreiches Projekt zur Weiterentwicklung des Leitbildes der Schule durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Prozesses sind jetzt Planungsgrundlage für den Umbau und die Sanierung dieser Schule. Da wir bei der steigenden Kinderzahl in der Stadt einen Freizug der Schule nicht ermöglichen können, wird sich der Umbau über verschiedene Bauabschnitte und Jahre hinziehen.

Um uns zusätzlich für weiter steigende Schülerzahl zu wappnen, wird in diesem Jahr auch für die Gebrüder-Grimm-Grundschule eine Untersuchung für mögliche Erweiterungen in Auftrag gegeben.

Am Ende des vergangenen Jahres wurde eine, von vielen Bürgerinnen und Bürger unterzeichnete Petition an die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung übergeben. Inhalt dieser Petition ist die Einrichtung einer Oberschule mit gymnasialer Oberstufe in Ludwigsfelde.

Die Stadt Ludwigsfelde hat mit dem Landkreis Teltow-Fläming einvernehmlich die Einrichtung einer solchen Schule im Mittelzentrumsbereich von Ludwigsfelde im Schulentwicklungsplan verankert. Von daher kann ich die Forderung der Eltern, nach der Einrichtung einer solchen Schule in unserer Stadt nur unterstützen!

Uns liegt viel daran, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserer Stadt zu stärken. Die Absicherung der Betreuung unserer Kinder in den Kitas der Stadt und durch Freie Träger war im vergangenen Jahr eine schwer zu lösende Aufgabe. Nur mit großen Verständnis seitens der Eltern und einer hohen Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie der unkomplizierten Unterstützung der Freien Träger, ist es noch gelungen, den berechtigten Ansprüchen auf Betreuung gerecht werden zu können.

Da die Plätze in den bestehenden Gebäuden nicht mehr ausreichten, war es erforderlich, eine Übergangs-Kita im City-Treff einzurichten. Es war leider erforderlich, dass hierfür einige Vereine aus dem City-Treff in anderer Gebäude übergangsweise umzogen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten für Ihre kooperative Unterstützung bedanken.

Es ist absehbar, dass durch den weiteren Zuzug junger Familien und den zunehmenden Geburtenzahlen in der Stadt der Bedarf nach Kita-Angeboten weiter steigt. Mit dem Bau einer Wald-Kita, dem bereits begonnen Projekt des DRK in der Geschwister-Scholl-Straße und dem Bau einer neuen Kita im Rousseau-Park werden fast 400 neue Betreuungsplätze in Ludwigsfelde angeboten werden können.

Gleichermaßen müssen und werden wir in die Verkehrsinfrastruktur investieren. Nach über 10-jähriger Planungsphase wurde im vergangenen Jahr der erste Bauabschnitt des Märkisch Wilmersdorfer Weges fertiggestellt. Planungsphasen von dieser Dauer sind aus meiner Sicht für alle Beteiligten völlig inakzeptabel. Wir werden bei den Investitionen in Straßen, Wege und Plätze deutlich an Tempo zulegen.

Der grundhafte Ausbau der Albert-Schweitzer-Straße, der Taubenstraße, der Rudolf-Breitscheid-Straße und des zweiten Bauabschnitts des Märkisch Wilmersdorfer Weges sind bereits in Umsetzung. Für weitere Vorhaben in der Daimler-Siedlung, Ludwigsfelde West und den Ortsteilen sind die finanziellen Rahmenbedingungen gesichert und es kann jetzt mit den erforderlichen Planungen begonnen werden.

Wenn jedoch nur einseitig in Straßen investieren, werden wir die Verkehrssituation in Ludwigsfelde nicht verbessern. Das Radfahren muss attraktiver werden und der ÖPNV ist weiter auszubauen.

Die Einrichtung der ersten PlusBus-Linie im Landkreis Teltow-Fläming vom Bahnhof Ludwigsfelde nach Potsdam ist ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung! Mein ausdrücklicher Dank geht hier an die Kreisverwaltung und den Kreistag, die die Einrichtung dieser PlusBus-Linie ermöglicht haben.

Die Mobilität der Zukunft wird sich massiv verändern, Elektromobilität, Car- Elektroroller- und Bike-Sharing, zusätzliche Angebote des ÖPNV und Schienennahverkehrs werden unser Mobilitätsverhalten beeinflussen. Diesen Veränderungsprozess müssen wir aktiv begleiten.

Die Einrichtung von Ladesäulen im Rousseau-Park und das Angebot von Car-Sharing dort sind Schritte in die richtige Richtung, aus denen wir Handlungsfelder für die gesamte Stadt ableiten.

Die Bedeutung der Bahnhöfe in Ludwigsfelde wird weiter zunehmen. Bei rund 17.000 Berufspendlern, mit einem Plus der Einpendler von ca. 3.000 Beschäftigten, ist klar, dass nur der Zubau von einigen Park & Ride-Parkplätzen, die Probleme dort nicht lösen werden.

Die Wirtschaft in unserer Stadt und der Region floriert und weitere Ansiedlungen werden folgen. Derzeit haben in Ludwigsfelde ca. 13.700 Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz.

Im Frühjahr wird LIDL-online im Brandenburg-Park seinen Betrieb aufnehmen und dort werden in Spitzenzeiten bis zu 1.500 Menschen Beschäftigung finden.

Mit dem Baurecht für das neue Industriegebiet Eichspitze-Nord besteht jetzt die Voraussetzung, dort weitere Unternehmen anzusiedeln. In diesem Jahr werden die Bauarbeiten für Verkehrserschließung und die ersten Gebäude der ansiedlungswilligen Unternehmen sichtbar werden. Zusätzliche 600 Arbeitsplätze sind dort bereits durch einen Investor gesichert.

Diesen zusätzlichen Arbeitsangeboten steht aktuell eine Arbeitslosenquote von 3 Prozent gegenüber. Meine sehr verehrten Damen und Herren: 3 Prozent!

Bereits bei 5 Prozent Arbeitslosigkeit spricht man von Vollbeschäftigung. Wir haben es hier also nicht mehr mit einem Fachkräftemangel, sondern mit einem Arbeitskräftemangel zu tun.

Auch in meinem Hause ist an vielen Stellen die Leistungsfähigkeit der Verwaltung durch die Verfügbarkeit von Arbeitskräften eingeschränkt. Am Jahresende waren 50 der über 320 Stellen in der Stadtverwaltung Ludwigsfelde nicht besetzt und in den kommenden 10 Jahren werden ca. 40 Prozent der Beschäftigten in den Ruhestand gehen.

Alles hat miteinander zu tun und es ist unschwer zu erkennen, dass die Themen Wohnraumentwicklung, Bildungschancen für unsere Kinder, Mobilität auch unter dem Aspekt der Fachkräftesicherung im Gesamtzusammenhang betrachtet werden müssen.

Sehr geehrte Damen und Herren, was wäre Ludwigsfelde ohne Vereine? Es wäre nicht diese, unsere Stadt! Viele von Ihnen engagieren sich ehrenamtlich in Vereinsvorständen, Beiräten, gemeinnützigen Organisationen oder ehrenamtlich in der Politik. Ob als Übungsleiter, mit Gruppenangeboten, als Helfer für Menschen in Not, als Künstler, mit Beratungsangeboten oder Ihr Engagement als Sponsor. Sie schaffen für Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen in unserem Ludwigsfelde eine starke soziale Gemeinschaft!

Ihre ehrenamtliche Arbeit ist der Kitt, der unserer Menschen hier zusammenhält und unserer Stadt Identität verleiht! Auch bei dem Lu-Fest, der Nacht für Neugierige, dem Weihnachtsmarkt, um hier nur einige herausragende Beispiele zu nennen sind wir auf die Zusammenarbeit und Ihre Unterstützung angewiesen.

Politik und Verwaltung können immer nur Rahmenbedingungen schaffen, Sie erfüllen diese mit Leben und gestalten sie aus! Hierfür möchte ich Ihnen allen sehr herzlich Danke sagen!

Ludwigsfelde ist eine Stadt mit Zukunftschancen und hervorragenden Aussichten. Die Frage ist, ob und wie wir diese Potenziale nutzen. Es muss und wird uns gelingen, unter den sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen, unseren inneren Zusammenhalt zu bewahren und die Zukunft unserer Stadt zu gestalten.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und zähle auf Sie!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 




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