Jütchendorf

Blick in die Geschichte
Nuthe bei Jütchendorf
Informationen
Ortsvorsteher: Mike Becker
Einwohner: 116
Fläche: 3,76 km²
Erste urkundliche Erwähnung: 1370

Die feuchte, fruchtbare Nuthe-Niederung zog schon in vorgeschichtlicher Zeit Siedler in die region des heutigen Jütchendorfs an, wie Funde von Tierknochen, Tonscherben und Herdsteinen zeigen. Darüber hinaus fand man vorslawische und mittelalterliche Siedlungsreste. Das Jütchendorfer Gebiet gehörte lange zum Grenzbereich nach Osten. Die Flüsse Nuthe und Havel bildeten bis in das 12. Jahrhundert die Grenze zwischen den slawischen Stämmen der Heveller in der Zauche und der Stodoranen im Teltow, die bei der Gründung der Mark Brandenburg 1157 durch den Askanier Albrecht den Bären eine mitentscheidende Rolle spielten. Es wird vermutet, dass Jütchendorf schon vor dem 13. Jahrhundert gegründet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung findet man im Landbuch Kaiser Karl IV. aus dem Jahre 1375. Besitzer des Ortes waren zunächst Heinrich von der Gröben und später derer von Schlabrendorf, die das Dorf über Jahrhunderte prägen sollten.

Naturnahe Bruchwälder und überflutete Wiesen dominieren das heutige Landschaftsbild. Die Nuthe und der fast verlandete Arm der Alten Nuthe führen südlich direkt am Dorf vorbei. Rund 800 Meter nordwestlich mündet die Nieplitz in die Nuthe. Drei kleine Seen liegen südöstlich am Dorf. Die künstlichen Seen entstanden aus Gruben, die in den 1910er beziehungsweise 1930er Jahren zur Kiesgewinnung für den Bau der Berliner Avus und des Berliner Olympiastadions ausgehoben wurden. Der Naturraum um Jütchendorf und seine Flora und Fauna sind geprägt von den Charakteristika der Niederung Naturpark Nuthe-Nieplitz (http://www.naturpark-nuthe-nieplitz.de). An Besonderheiten des Jütchendorfer Naturraums und seiner Geschichte sind der Jütchendorfer Berg, ein ehemaliger Weinberg, das Große Nuthe-Moor und die historischen Nuthe-Überschwemmungen erwähnenswert.

Jütchendorf war ursprünglich ein Sackgassendorf am großen Nuthe-Moor. "Wo der Teltow endete, begann die Zauche. Keine Straße, kein Weg führte hinüber. Hier war die Welt zu Ende." Heute kann man Jütchendorf über zwei Brücken in Richtung Blankensee verlassen.

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