Siethen

Blick in die Geschichte
Siethenersee
Informationen
Ortsvorsteher: Christian Kötzing
Einwohner: 620
Fläche: 14,48 km²
Erste urkundliche Erwähnung: 1275

Siethen bedeutet so viel wie "Kornland", ein Hinweis darauf, dass die Einwohner von alters her durch die Landwirtschaft ihren Broterwerb betrieben.

Der hübsche Ort, der heute für über 600 Menschen Heimat ist, trägt die charakteristischen Züge eines märkischen Gutsdorfes. Die erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf Siethen bereits im Jahre 1275, aus dieser Zeit stammt auch die aus Granitfindlingen erbaute Kirche. Im Inneren steht ein aufwendig gearbeiteter Renaissance-Altar, der aus dem Jahre 1616 stammt. Über der Kanzel befindet sich ein Taufengel aus dem 18. Jahrhundert. Früher hielt er eine silberne Schale in den Händen. Ursprünglich konnte der über dem Taufstein schwebende Engel an einem Seilzug bei Taufen herabgelassen werden. Seit 1914/15 hat er seinen festen Platz über der Kanzel. Eine weitere Besonderheit der Kirche sind auch die Wappenschilde. Direkt neben der Kirche befindet sich die klassizistische Totenhalle, welche Johanna von Scharnhorst der Älteren bauen ließ. Nach ihrer Renovierung im Jahre 2009 erstrahlt sie in hellem weiß. In den Monaten Mai bis August ist die Kirche immer sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die letzten beiden adligen Damen derer von Scharnhorst, als Besitzer auf Gut Siethen, richteten 1855 ein Kinderasyl ein, das Tabea-Haus. Es wurde als Kleinkinderstube für die Tagelöhnerkinder, Kranke und Waisen genutzt. Heute beherbergt es den Kindergarten.

Die wechselvolle Geschichte des durch die Familie Badewitz zum Ausgang des 19. Jahrhunderts errichteten Schlosses reicht von der Zweckentfremdung als Lazarett, über Flüchtlingsunterkunft hin zum heutigen Jugendheim. Leider wurde auch im Zuge dieser Nutzungen das äußerst imposante Dachgeschoß baulich verändert.

Die Landwirtschaft, überwiegend durch die Berliner Stadtgüter betrieben, hat für das Erwerbsleben nicht mehr den dominierenden Rang. Kleingewerbe, Handwerk und die Naherholung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der ca. 80 Hektar große Siethener See, an dessen Ufer eine Vielfalt an Laubbäumen wachsen, ist zu jeder Jahreszeit ein Anziehungspunkt und lohnendes Ziel für Naturfreunde und Wassersportler. Im "Siethener Elsbruch" ist die Schwarzerle vorherrschend, sie prägt mit ihrem urwüchsigen Charakter dieses ca. 240 Hektar große Gebiet, das sich bis zu nach Ahrensdorf, Fahlhorst und Nudow hinzieht. Es ist Bestandteil des Naturschutzgebietes Nuthe-Nieplitz-Niederung.

Für eine Wanderung in die Wald- und Seenlandschaft ist der Naturlehrpfad Ludwigsfelde-Gröben über Siethen zu empfehlen, der auch bei Radwanderern beliebt ist und sich etwa 4,5 km über das Erholungsgebiet Siethener See erstreckt. Ausgangspunkt ist Ludwigsfelde/Pechpfuhl Richtung Autobahnbrücke, rechts über den Leopoldgraben zum Forsthaus Siethen, das zu einer Rast einlädt, weiter am Uferweg des Sees entlang bis zum Märkischen-Wanderdorf Gröben, unmittelbar am Siethener See gelegen.



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